Discovery Kyrgyzstan
 
Discovery Kyrgyzstan travel guide #10/2008
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Osch

Wenn die Vermutung stimmt, dass die Stadt 3000 Jahre alt ist, wäre sie auch die älteste Stadt Kirgisiens. Im Volksmund kann man oft hören:"Osch ist älter als Rom". Es existieren mehrere Legenden über die Entstehung der Stadt, denen zufolge der Gründer bald Alexander der Große, bald Salomon war. Selbst wenn die Stadt Osch nicht von einer historisch bedeutenden Person gegründet worden wäre, allein ihre Lage an der Großen Seidenstraße garantierte der Siedlung Wachstum und Größe. Osch ist heute Hauptstadt der Provinz Osch Oblast, am oberen Ende des Ferghana Tals in unmittelbarer Grenznähe zu Usbekistan. Gen Süden führt die Straße über Sari Tasch nach China über den Irkeschtanpaß und nach Tadschikistan über den Kizil Art Pass.

In der Mitte der Stadt liegt Suleiman Too (Salomons Berg), der das Stadtbild dominiert. Bis zum XVI Jh. hieß er "Bara Kutsch" - "der schöne Berg". Seinen neuen Namen verdankt der Felsen dem islamischen Propheten Scheich Suleiman, der am Fuße des Berges seine letzte Ruhe fand. Seitdem gilt der Berg als heilige Stätte und jährlich pilgern Ströme von Gläubigen dorthin. Viele Muslime sind davon überzeugt, dass der Prophet Mohammed hier einst gebetet haben soll.

Ein Pfad rund um den Berg bietet die Gelegenheit zu einem unterhaltsamen aber etwas anstrengenden Spaziergang. Unterwegs kann man gelegentlich in einer kleinen Höhle betende Menschen finden. Von der Decke der Höhle tropft Wasser, dies sollen die Tränen des Heiligen Suleiman sein. Pilger kommen in der Hoffnung, Genesung und Lösung von Problemen jenseits des Paradieses zu erreichen.

Nicht selten sieht man viele Frauen unter den Pilgern, auch viele junge, denn eine Pilgerfahrt zum Suleiman Too soll unfruchtbaren Frauen helfen Kinder zu bekommen (wahrscheinlich weil der Berg, wenn man ihn aus einiger Distanz betrachtet, einer schwangeren liegenden Frau ähnelt).

Am Ende einer kurzen, 30 minütigen Bergbesteigung kann man auf der Spitze einen Fahnenstand und eine Moschee aus dem Jahre 1487 finden , die unter dem 14 jährigen Babur errichtet wurde. Dieser war der gekrönte Herrscher des Ferghanatals aus der Dynastie der Timuriden, der kurz nach seinem Thronantritt vor den Usbeken - fliehen musste. Über Afghanistan kam er nach Indien und gründete dort die Dynastie der Mogulen. Die Moschee selbst wurde zweimal zerstört und wiederaufgebaut und ist heute ein Ziel für Pilger.

Später verzichtete Babur auf den Thron und schrieb seine Memoiren, in denen er an das Suleiman Too (und seine Bauprojekte); den Fluss, dessen beide Ufer mit Gärten und rotem und weißem Stein bedeckt sind, aus denen Messergriffe hergestellt werden, erinnerte. Er erzählt auch von einer anderen Moschee, die auf einer Wiese gebaut wurde, welche von einem breiten Fluss durchströmt wird. Dies scheint ein Streich gewesen zu sein, um die Menschen vor dem Einschlafen auf der Wiese mit den drei Strömen auf der anderen Seite zu warnen.

Hier oben befindet sich auch ein kleines archäologisch-kulturelles Museum mit zahlreichen alten Exponaten, die in der Stadt und der Umgebung gefunden wurden. Im geschichtlich-ethnographischen (Völkerkundlichen) Museum kann man immer gute Ausstellungen über die Geschichte des kirgisischen Südens zu Zeiten der Großen Seidenstraße besuchen. Diese befassen sich u.a. mit der kirgisischen Migration aus Südsibirien; den Kokander Khanaten, der Russischen Invasion 1865 und der Zeit der Bolschewiken nach 1917. Ein interessantes Exponat ist eine Mappe aus dem Jahre 1953, die verschiedene kirgisische Stämme und Clans auflistet (bis heute von großer Bedeutung in der kirgisischen Gesellschaft).

Viele Reisebücher für die Region verweisen auf den Bazar und bezeichnen ihn es als einen der malerischsten in ganz Asien. Der Bazar erstreckt sich etwa einen Kilometer entlang des Flusses Ak Buura, welcher die Stadt von Norden gen Süden durchquert. In der Nähe des Bazars befindet sich die größte Moschee Kirgisiens, die Said Tepa Moschee. Das ursprünglich aus Holz errichtete Bauwerk entstand zwischen 1908 und 1910, wurde dann aber von den Sowjets geschlossen und diente in dieser Zeit bald als Stall, bald als Eisenschmiede. Es wurde 1943 wieder eröffnet, als ein Akt religiöser Toleranz der damaligen sowjetischen Regierung. Heute wird es mit finanzieller Unterstützung Saudi-Arabiens renoviert und bietet Platz, für knapp 5000 Gläubige.

Einen Besuch ist auch die Rabat Abdul Chan Moschee, wert diese ist aber nur für Männer mit angemessener Bekleidung zugänglich, sowie die russisch-orthodoxe Kirche.

Von der Stadt aus bieten sich Ausflüge in den Kara Schoro National Park, die Höhlen Tschil Ustins und die Petroglyphe Avarans an.

Die Gebirgsketten, die das Land teilen, haben den Norden vom Süden isoliert. Daher wird den Menschen im Süden nachsagt, sie wären unabhängiger, eigenständiger und stolzer als die Menschen im russifizerten Norden. In der Tat gibt es nur zwei Nord-Süd Verbindungen, von denen die Straße von Bischkek nach Osch als Hauptstraße gilt und die eine sagenhafte Fahrt durch das Gebirge und den nördlichen Ärmel des Ferghana Tals anbietet. Für Fluggäste gibt es mehrere Flüge am Tag zwischen Bischkek und Osch.

 

Discovery Kirgistan #11

 

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