Discovery Kyrgyzstan
 
Discovery Kyrgyzstan travel guide #10/2008
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Kirgisien - Ein Erster Uberblick

          Wenn man es ganz genau nimmt, befindet sich das geographische Zentrum von Asien ungefähr 1.000km nördlich, die Bezeichnung "Zentral-asien" ist heute jedoch gang und gäbe und wenn man sich die Weltkarte anschaut, liegt Kirgisien nicht weit ab vom kontinentalen Mittelpunkt.
          Mit etwas weniger als 200.000 km2 ist Kirgisien etwa so groß wie die Schweiz, Belgien, Holland und Portugal zusammen, oder anders gesagt, etwas kleiner als Großbritannien und zeichnet sich vor allem durch seine Berge und ein extremes Kontinentalklima aus. Obwohl das nördliche Kirgisien auf dem gleichen Längengrad wie Rom liegt, zeigt das Thermometer hier im Winter bis zu -35° C. Im Sommer dagegen sind Temperaturen bis 45° C und darüber bei extrem trockener Luft keine Seltenheit, im Jahre 1998 wurden in Bischkek sogar rekordverdächtige 50° C gemessen. 
          93% der Landmasse liegt auf über 1.500m ü.M., 41% gar über 3000m, eine Landmasse bestehend vor allem aus Hochplateaus, Hochtälern und natürlich den in Bergsteigerkreisen berühmten Berggipfeln, wie dem Tenir Too im Tien-Schan Gebirge.
          Das berühmteste Besucherziel ist mit Abstand der Issik - Kul See (der warme See). Obwohl auf 1'600m gelegen, friert er mit seinen 668m Tiefe niemals zu, daher sein Name. Der Issik - Kul liegt in einer Gletscherkule, inmitten der Berge.
          Eine dreistündige Fahrt vom Issik - Kul aus führt an einen weiteren wunderschönen Bergsee, den Son Kul, auf 3.000m. ü.M. gelegen, innerhalb eines Naturschutzreservates. 
          Der Fluss Narin fließt von nordost nach südwest und vereinigt sich mit dem Fluss Kara-Darya um weiter als Sir-Darya, dem legendären Jaxartes der Antike, durch das Fergana Tal bis in den Aralsee zu fließen, nicht mehr in der Form wie einst, als mächtiger Fluss, sondern heute zum Teil nur noch als Rinnsal. Die Quelle des Sir-Darya, nach dem Amu-Darya der größte Fluss Zentralasiens, liegt oberhalb der Stadt Narin und kann besichtigt werden.
          Die Kirgisen zählen zu den ältesten eigenständigen Völkern der Gegend und werden schon in alten chinesischen Chroniken erwähnt. Seit jeher widmen sie sich dem Nomadentum, die Sommermonate verbringen heute noch viele Kirgisen mit ihren Herden im Jailoo, den Weidegründen hoch in den Bergen, im Winter ziehen sie mit ihren Jurten runter ins Kyshtoo.  Oft wurden die Kirgisen mit den Kasachen verwechselt, welche als Kirgisen benannt wurden, während die Kirgisen sich als Kara Kirgisen bezeichneten. Natürlich sind die beiden Volker ethnisch liiert und entstammen wohl dem selben Ursprungsort; die Kirgisen entwickelten sich nach Jahrhunderten der Migration zu Bergnomaden und die Kasachen zu Steppennomaden. Beiden gemein war ihr sagenumwobenes kriegerisches Geschick. 

          Leider gibt es wenige historische Überlieferungen, was die Kirgisen, ihre Herkunft und ihre Entwicklung betrifft, über die urbanen Zentren von Usbekistan und China sind hingegen etliche Schriften erhalten, welche auch Hinweise über die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse auf heutigem kirgisischen Boden liefern.
          Zivilisationen erblühten und vergingen;, die Saken oder Skythen waren nach dem 9. Jh. vor Christus in diesem Gebiet angesiedelt, das "Gold der Skythen", die prunkvollen Schmuckstücke und Kultgegenstände sind Zeugen einer nomadischen Hochkultur, Alexander der Große kam auf seinem Eroberungszug höchstwahrscheinlich durch krigisisches Gebiet, Ab dem 9. Jh. herrschten die Kirgisen über ein großes Reich, später verbreiteten die Mongolen Angst und Schrecken, danach Tamerlan. Babur, der Gründer des Moghulenreichs in Indien, entstammt dem Ferghana Tal, wo er in der heutigen Stadt Osch aufwuchs, viel später war auch Marco Polo hier auf der Durchreise. Niemand kann mit Gewissheit bestätigen, wo genau die Spuren Alexander des Großen hinführten; gelangte er wirklich, wie angenommen, ins Tschui-Tal, wo er den Prinzen Shu ausmanövrierte und bis an den Issik - Kul See, wo er iranische Kriegsgefangene aus noblen Familien in Barskoon ansiedelte? Man wird es wohl nie wissen. Über Marco Polos Reise wird heute noch debatiert, Dschingis Khan und die mongolischen Horden raubten und mordeten, verschonten aber Orte wie Balasugan, welche freiwillig die Stadttore öffneten. Es heißt, eine seiner Frauen liege hoch in den Bergen bei Talas begraben. Tamerlan drang auf seinem Feldzug gegen die Chinesen in kirgisisches Gebiet ein, über ihn gibt es viele Sagen und Legenden wie auch archäologische Fundorte. Die Geschichte der letzten 150 Jahre hingegen ist bestens aufgezeichnet, über die Eroberung der Russen unter den Zaren, die sovjetische Epoche und die Jahre seit der Unabhängigkeit gibt es eine Fülle von Material aus verschiedensten Quellen.
          Wenn auch eine Stadt wie Osch sich seiner 3'000 jährigen Geschichte rühmt, so gibt es doch wenige Indizien für eine menschliche Besiedelung in der Frühzeit. Am besten taucht man in die Geschichte des Landes ein, indem man die architektonischen Werke längst vergangener Zeiten besucht, den Turm zu Burana, nahe Tokmak, das Manas Gumbez  Mausoleum nahe Talas, den Ösgen Komplex und die Karavansaray Tasch Rabat in der Narin Provinz auf dem Weg nach Torugart an der chinesischen Grenze.

 

Discovery Kirgistan #11

 

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