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Discovery Kyrgyzstan travel guide #10/2008
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Khan Tengri

Jene Bergsteiger, die den Ehrentitel "Schneeleopard" erlangen wollen, müssen alle Gipfel über 7000 m in Zentralasien besteigen. Bisher gab es vier solcher Gipfel, aber jetzt gibt es noch einen fünften, da Khan Tengri der Liste hinzugefügt worden ist. Dies ist Folge einer Korrektur, weil festgestellt wurde, dass anstatt der 6995m, die man vorher gemessen hatte, der Gipfel tatsächlich eine Höhe von 7010m über dem Meeresspiegel aufweist. Dieser eben erworbene Status als Siebentausender ist jedoch noch nicht endgültig bestätigt und einige Bergsteiger stehen diesem Anspruch mit einiger Skepsis gegenüber

Der Fehler kann von einer russischen topographischen Expedition im Jahre 1912 stammen, welche viele Karten der Region erstellte. Oder er stammt aus der Zeit des ersten erfolglosen Versuchs, den Berg 1929 zu besteigen.

Nicht nur die Höhe des Berges ist ein mysteriöses Geheimnis, dessen Name wie "Prinz des Geistes" oder "Herr des Himmels" übersetzt wird. Es ist ein Berg, der so verhängnisvoll ist, wie in der Wirklichkeit sein Gipfel häufig durch Wolken unsichtbar ist.

In der Vergangenheit hat es ein Durcheinander zwischen Khan Tengri und Pik Pobeda gegeben. Semjenov-Tienschanskij kennzeichnete irrtümlich den letzteren als Khan Tengri, als er die Region 1857 betrat. Der Berg wurde in Berichten erwähnt, die bis auf das Jahr 1200 zurückgehen, sowie in Forschungsberichten, die nach einer Annäherung am Fuße des Berges gemacht wurden. Semjenov verwechselte den Berg mit seinem Nachbar Pik Pobeda. Es war der deutsche Gottfried Merzbacher, der als Erster diesen Gipfel als solchen identifizierte, nachdem er einen Pfadweg entlang des Eniltschek Gletschers gefunden hatte.

Merzbacher stellte fest, dass jeder mögliche Versuch, den Berg zu besteigen eine große und gut organisierte Expedition erfordern würde, (1931 schrieb ein anderes Mitglied der Expedition, dass die Wahrscheinlichkeit dass des Berg bestiegen werden kann "nicht mehr als 5%." beträgt)

Obgleich allgemein bekannt als Khan Tengri, ist der lokale Name für den Berg Kan Tau ("Blut-Berg"). Möglicherweise wegen der brennenden roten Farbe, die er während des Sonnenuntergangs animmt, oder vielleicht auch wegen der hohen Zahlen der Bergsteiger, die beim Versuch, die Spitze zu erklimmen ums Leben gekommen sind. Und jede Klettersaison bringt leider  neue Unfälle. Trotz dieser Zahlen versuchen seit Jahren viele Bergsteiger ihr Glück.

Der erste bestätigte erfolgreiche Aufstieg wurde 1931 von einer ukrainischen Mannschaft unternommen und öffnete eine Route, die "der klassische Weg" werden sollte. Es vergingen 33 Jahre bevor ein anderer Weg gefunden wurde. Inzwischen gibt es neun anerkannte Wege zum Gipfel und zur logistischen Unterstützung eine große Anzahl von Lagern am Fuße des Berges. Der nächste Aufstieg fand 1936 statt. Dieser wurde von Ambulakov durchgeführt. Auf den ersten Blick schien dieser Versuch geglückt zu sein, weil die Gruppe der fünf Bergsteiger es schneller als vorgesehen schaffte. Aber der Rückweg bereitete ziemliche Schwierigkeiten und ein erfahrener Bergsteiger kam wegen Erfrierungen ums Leben, während zwei weitere erhebliche Verletzungen erlitten. Erst nach achtzehn Jahren erreichte die nächste Mannschaft erfolgreich den Gipfel.

Auf dem Gipfel ist eine Kapsel begraben, die eine Nachricht früherer Bergsteiger enthält, die den Gipfel erreicht haben. Jede neue Mannschaft fügt eine Nachricht mit Bleistift hinzu (es ist unmöglich mit Tinte zu schreiben), mit Namen und dem Datum und vergräbt sie dann wieder.

In diesem sensiblen Grenzgebiet sind spezielle Genehmigungen erforderlich. Zu Sowjetzeiten brauchten selbst lokale Bergsteiger eine spezielle Berechtigung und Ausländern war der Zugang bis 1989 völlig verboten.

Der Berg bietet spektakuläre Bilder mit seiner Pyramidenspitze und es gibt Fotos, auf denen an den Bergseiten ein Gesicht im Schnee zu sehen ist. Ist dies vielleicht der Geist des Berges?
Am Fuße des Berges liegt der Gletscher Eniltschek und die geheimnisvollen Merzbacher Seen, die jedes Jahr im Sommer erscheinen und erst im August austrocknen.

 

Discovery Kirgistan #11

 

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