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Jene Bergsteiger, die den Ehrentitel
"Schneeleopard" erlangen wollen, müssen alle Gipfel
über 7000 m in Zentralasien besteigen. Bisher gab es vier
solcher Gipfel, aber jetzt gibt es noch einen fünften, da Khan
Tengri der Liste hinzugefügt worden ist. Dies ist Folge einer
Korrektur, weil festgestellt wurde, dass anstatt der 6995m, die man
vorher gemessen hatte, der Gipfel tatsächlich eine
Höhe von 7010m über dem Meeresspiegel aufweist.
Dieser eben erworbene Status als Siebentausender ist jedoch noch nicht
endgültig bestätigt und einige Bergsteiger stehen
diesem Anspruch mit einiger Skepsis gegenüber
Der Fehler kann von einer russischen
topographischen Expedition im Jahre 1912 stammen, welche viele Karten
der Region erstellte. Oder er stammt aus der Zeit des ersten
erfolglosen Versuchs, den Berg 1929 zu besteigen.
Nicht nur die Höhe des Berges ist ein
mysteriöses Geheimnis, dessen Name wie "Prinz des Geistes"
oder "Herr des Himmels" übersetzt wird. Es ist ein Berg, der
so verhängnisvoll ist, wie in der Wirklichkeit sein Gipfel
häufig durch Wolken unsichtbar ist.
In der Vergangenheit hat es ein Durcheinander
zwischen Khan Tengri und Pik Pobeda gegeben. Semjenov-Tienschanskij
kennzeichnete irrtümlich den letzteren als Khan Tengri, als er
die Region 1857 betrat. Der Berg wurde in Berichten erwähnt,
die bis auf das Jahr 1200 zurückgehen, sowie in
Forschungsberichten, die nach einer Annäherung am
Fuße des Berges gemacht wurden. Semjenov verwechselte den
Berg mit seinem Nachbar Pik Pobeda. Es war der deutsche Gottfried
Merzbacher, der als Erster diesen Gipfel als solchen identifizierte,
nachdem er einen Pfadweg entlang des Eniltschek Gletschers gefunden
hatte.
Merzbacher stellte fest, dass jeder
mögliche Versuch, den Berg zu besteigen eine große
und gut organisierte Expedition erfordern würde, (1931 schrieb
ein anderes Mitglied der Expedition, dass die Wahrscheinlichkeit dass
des Berg bestiegen werden kann "nicht mehr als 5%." beträgt)
Obgleich allgemein bekannt als Khan Tengri, ist
der lokale Name für den Berg Kan Tau ("Blut-Berg").
Möglicherweise wegen der brennenden roten Farbe, die er
während des Sonnenuntergangs animmt, oder vielleicht auch
wegen der hohen Zahlen der Bergsteiger, die beim Versuch, die Spitze zu
erklimmen ums Leben gekommen sind. Und jede Klettersaison bringt
leider neue Unfälle. Trotz dieser Zahlen versuchen
seit Jahren viele Bergsteiger ihr Glück.
Der erste bestätigte erfolgreiche
Aufstieg wurde 1931 von einer ukrainischen Mannschaft unternommen und
öffnete eine Route, die "der klassische Weg" werden sollte. Es
vergingen 33 Jahre bevor ein anderer Weg gefunden wurde. Inzwischen
gibt es neun anerkannte Wege zum Gipfel und zur logistischen
Unterstützung eine große Anzahl von Lagern am
Fuße des Berges. Der nächste Aufstieg fand 1936
statt. Dieser wurde von Ambulakov durchgeführt. Auf den ersten
Blick schien dieser Versuch geglückt zu sein, weil die Gruppe
der fünf Bergsteiger es schneller als vorgesehen schaffte.
Aber der Rückweg bereitete ziemliche Schwierigkeiten und ein
erfahrener Bergsteiger kam wegen Erfrierungen ums Leben,
während zwei weitere erhebliche Verletzungen erlitten. Erst
nach achtzehn Jahren erreichte die nächste Mannschaft
erfolgreich den Gipfel.
Auf dem Gipfel ist eine Kapsel begraben, die eine
Nachricht früherer Bergsteiger enthält, die den
Gipfel erreicht haben. Jede neue Mannschaft fügt eine
Nachricht mit Bleistift hinzu (es ist unmöglich mit Tinte zu
schreiben), mit Namen und dem Datum und vergräbt sie dann
wieder.
In diesem sensiblen Grenzgebiet sind spezielle
Genehmigungen erforderlich. Zu Sowjetzeiten brauchten selbst lokale
Bergsteiger eine spezielle Berechtigung und Ausländern war der
Zugang bis 1989 völlig verboten.
Der Berg bietet spektakuläre Bilder mit
seiner Pyramidenspitze und es gibt Fotos, auf denen an den Bergseiten
ein Gesicht im Schnee zu sehen ist. Ist dies vielleicht der Geist des
Berges?
Am Fuße des Berges liegt der Gletscher Eniltschek und die
geheimnisvollen Merzbacher Seen, die jedes Jahr im Sommer erscheinen
und erst im August austrocknen.
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