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Der Pik Lenin - mit 7134 Metern der
dritthöchste Berg in der ehemaligen Sowjet Union - befindet
sich nahe der tadschikischen Grenze in der Region Osch. Obwohl die
Spitze des Berges fast immer von Wolken bedeckt ist und die genauen
Konturen deshalb meist nur schwer erkennbar sind, wird in wolkenfreien
Momenten und an klaren Tagen die Form eines Sessels erkennbar.
Der Gipfel hat die Form einer Pyramide mit einem
großen Fundament. Sein nördlicher Abhang ist im
Vergleich zu den anderen sehr steil.
Im Jahre 1871, während einer Expedition
ins nördliche Pamir Gebirge, wurde der Gipfel von einem
berühmten russischen Entdecker Zentralasiens, entdeckt und
kartiert. A.R. Fedtschenko war der erste, der eine
zuverlässige Karte des Pamir-Gebirges erstellte. Anfangs trug
der Gipfel, in Anlehnung an den russischen Generalgouverneur, den Namen
Kaufmann. Später wurde er, nach dem russischen
Führer, in Lenin umbenannt. Auch wenn der Gipfel inzwischen
wieder einen neuen Namen erhalten hat - er wurde in Kuch-i-Gamo (der
warme Berg) umbenannt ist er weltweit immer noch als
Lenin-Gipfel bekannt.
Die erste Forschungsreise zu den Abhängen
des Berges hat währen einer Expedition im Jahre 1929
stattgefunden. Nur zwei Leute erreichten damals den Gletscher. Trotzdem
hatten sie begriffen, dass es ein ideales Ausgangslager sein
könnte, um den höchsten Berg des Saalajskij-Gebirges
zu besteigen.
Fünf Jahre später gab es eine
zweite Expedition mit professionellen Bergsteigern der Sowjetischen
Roten Armee. Beim zweiten Versuch erreichten sie den Gipfel und
errichteten eine Statue Lenins die höchste Statue
der Welt vor einem spektakulären Panorama. Außerdem
hinterließen sie eine Notiz, dass am 8. September 1934 zum
ersten Mal drei Teilnehmer der Expedition den Gipfel über den
nördlichen Aufstieg erreicht hatten .
Danach gab es für einen gewissen Zeitraum
nur wenige Aufstiege. Wahrscheinlich fand der bedeutendste davon im
Jahre 1967 statt. Anlässlich des 50. Jahrestages der Sowjet
Union machte sich eine Expedition mit 301 Teilnehmern, darunter sechzig
Vertreter aus verschiedenen ausländischen Staaten und zwanzig
Frauen, auf den Weg. Während dieser Expedition wurden vier
neue Strecken entdeckt die schwierigste befindet sich am
Südosthang des Bergs. Heute gibt es sechzehn verschiedene
Möglichkeiten den Gipfel zu erreichen.
Der Berg hat den Ruf, dass er ohne große
Schwierigkeiten bestiegen werden kann, weshalb er unter den
Bergsteigern sehr populär ist und zu den am
häufigsten bestiegenen 7000ern der Welt gehört.
Auch wenn viele Bergsteiger hier ihre ersten
Erfahrungen im Bereich Bergsteigen sammeln, kommen wegen extremen und
unvorhersehbaren Wetterbedingungen auch viele erfahrene Bergsteiger um.
Im Einzelnen erzählt man von zwei
Bergsteiger-Tragödien. Im Jahre 1974 wurde ein Team von 8
Frauen von einem Sturm überrascht. Sie sind aber nicht
hinuntergestiegen um den Sturm abzuwarten, sondern wollten zeigen, dass
auch ein Team aus Frauen einen Berg erfolgreich besteigen kann.
Bedauerlicherweise sind sie alle eine nach der anderen ums leben
gekommen, nachdem ihr Campingzelte vom Wind weggeblasen wurden. Die
zweite Tragödie ist im Jahre 1991 geschehen. Ein Erdbeben hat
eine Gletscherlawine verursacht und 44 Bergsteiger wurden wie in einer
Falle eingesperrt. Nur ein Bergsteiger überlebte und einer
konnte tot geborgen werden. Die restlichen 42 Teilnehmer der Expedition
wurden niemals gefunden. Das war die schlimmste
Bergsteiger-Tragödie der Welt, die je geschehen ist.
Der Berg bewahrt viele Geheimnisse solcher
Tragödien, die er manchmal offenlegt. Im Jahre 2003 hat ein
Bergsteigerteam menschliche Knochen, einige Kleiderüberreste
und einen Rücksack gefunden etwa fünf Meter
entfernt von einer der Hauptstrecken.
Das Hauptausgangslager heißt Atschik
Tasch. In der nähe liegt Lukovaja Poljana (Zwiebel Waldwiese),
etwas grünes vor der Moräne der steinigen Berge und
Bergabhänge.
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