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Das Territorium der heutigen Republik
Kirgisien ist der Schauplatz einer langen und ereignissreichen
Geschichte…
Frühgeschichte
Archäologische Funde
deuten auf eine Besiedelung schon in der Frühgeschichte der
Menschheit hin, so zum Beispiel:
• bei Tosor, am Südufer des Issik-Kul, wo eine
paläolitische Siedlung auf 50.000 vor unserer Zeitrechnung
datiert wurde. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht
spricht sogar von 40.000 bis 10.000 Jahren
• nahe Bischkek, wo in den 50er Jahren beim Bau des
Wasserkraftwerks Alamedin Steinwerkzeuge ausgehoben wurden, welche vor
6000 Jahren benutzt worden waren
• in Osch, der zweitgrößten Stadt des
Landes, auch "die südliche Hauptstadt" genannt, welche schon
vor 3.000 Jahren besiedelt war.
Petroglyphen (in Stein gerinzte Darstellungen von
Alltagssituationen, religösen und kulturellen Riten) sind
über das ganze Land verteilt und deuten auf eine
frühe menschliche Existenz in der Gegend hin.
Leider sind nur sehr wenige bauliche Überreste erhalten. Die
frühen Bewohner waren Nomaden und die legendären
Städte des Altertums sind längst dem Erdboden
gleichgemacht; nichts deutet mehr auf ihre Glanzzeit hin. Mauern waren
aus Lehm gebaut, und unter den extremen
Witterungsverhältnissen ständig dem Zahn der Zeit
ausgesetzt. Dies ist heute beispielhaft an den vielen aus Lehm gebauten
und halb zerfallenen Mausoleen am Wegesrand ersichtlich, welche kaum
die letzten 100 Jahre überdauert haben. Nur
archäologische Grabungen bringen Indizien jahrtausendealter
Besiedlungen ans Tageslicht, welche es erlauben, die Geschichte
Kirgisiens besser zu verstehen.
Das Erbe der nomadischen Völker der Urzeit war ein oral
überliefertes, und schriftliche Zeugnisse stammen aus
chinesischen und arabischen Quellen, fundiert auf den Beobachtungen und
Erzählungen von Händlern und Reisenden.
Schwere
Zeiten
Die Bevölkerung der
Gegend des heutigen Kirgisien war im Laufe der Geschichte oft schweren
Zeiten ausgesetzt, unzählige Armeen streiften auf
Eroberungszügen durch das Land, von der Epoche Alexander des
Großen und seiner Armee bis in das moderne Zeitalter waren
historische Ereignisse meist mit Krieg und großer Not
verbunden:
• die chinesische Armee wurde in Talas von den vordringenden
Arabern im Jahre 751 geschlagen
• die Mongolen unter Dschingis Chan brachten Tod und
Vernichtung
• die Armee von Tamerlan desgleichen… und
einschneidend vor nicht allzulanger Zeit
• Russland unter den Zaren
• der Bürgerkrieg
• die Basmatschi Revolution.
Die
meisten Geschichtsbücher erwähnen die Region meist
mit dem Einsetzen des 1. Millenniums vor unserer Zeitrechnung, mit dem
heutige Kirgisien als südlichestes Randgebiet der Saken, vom
griechischen Geschichts-schreiber Herodot als Skythen beschrieben.
Frühe schriftliche Quellen weisen auf die spitzen
Filtzhüte der Skythen hin, welche Ähnlichkeit mit dem
Kalpak der heutigen Kirgisen haben. Alexander der Große
expandierte sein Reich wohl bis nach Zentralasien, seine Armee war
jedoch nicht in der Lage, die Skythen zu besiegen, Alexander richtete
sein Ziel deshalb auf den indischen
Subkontinent.
Mit dem Ende des 2. Jh. vor Christus hielten die Hunnen Einzug, eine
Konföderation von Turkstämmen. Die Hunnen waren auf
ihrem Weg westwärts und marschierten beinahe in Rom ein. Ihr
Reich war schlussendlich jedoch zu weitläufig und
zerfiel.
Das Vakuum nach der Hunnenherrschaft wurde bis zur Vereinnahmung durch
die Türken von einer sich ablösenden Vielzahl von
Fürstentümern gefüllt. Im 6. und 9. Jh.
spielten die heute längst vergessenen Städte
Balasagan and Barskoon eine bedeutende Rolle an der inzwischen
prächtig florierenden Seidenstraße.
Mit der Vereinigung der Turkstämme kam es zu einer
Stärkung des west-Turkischen Chanats mit der Hauptstadt Suyab
im Tschui Tal (in dem das heutige Bischkek liegt). Vom 10. bis 12. Jh.
entwickelte sich daraus das Chanat der Karachaniden, auch Kara Kitai
genannt (kitai bedeuted heute noch "chinesisch" in der russischen
Sprache).
Die
eindringenden Kirgisen vertrieben die Uighuren aus den Altai Bergen;
die Uighuren ließen sich weiter südlich in der
Steppe des westlichen Chinas (später Turkestan genannt)
nieder, wo sie ihrerseits die örtlichen Turkstämme
zur Flucht veranlassten.
All dies fand ein abruptes Ende mit der Invasion der Mongolen unter
Dschingis Chan. Nach seinem Tode wurde sein riesiges Reich unter seinen
Söhnen aufgeteilt und das Land, welches wir heute Kirgisien
nennen, wurde in das Chanat Tschagatai integriert.
Tamerlan, der grausam und mit eiserner Hand regierte, sah sich als Erbe
Dschingis Chans und auf dem Höhepunkt seiner Macht brachte er
Stabilität und Reichtum entlang der Seidenstraße;
unter seiner Aegide erblühten erneut Kunst, Architektur und
Wissenschaften.
Die meisten Geschichtsbücher erwähnen die Region
meist mit dem Einsetzen des 1. Millenniums vor unserer Zeitrechnung,
mit dem heutige Kirgisien als südlichestes Randgebiet der
Saken, vom griechischen Geschichts-schreiber Herodot als Skythen
beschrieben. Frühe schriftliche Quellen weisen auf die spitzen
Filtzhüte der Skythen hin, welche Ähnlichkeit mit dem
Kalpak der heutigen Kirgisen haben. Alexander der Große
expandierte sein Reich wohl bis nach Zentralasien, seine Armee war
jedoch nicht in der Lage, die Skythen zu besiegen, Alexander richtete
sein Ziel deshalb auf den indischen
Subkontinent.
Mit dem Ende des 2. Jh. vor Christus hielten die Hunnen Einzug, eine
Konföderation von Turkstämmen. Die Hunnen waren auf
ihrem Weg westwärts und marschierten beinahe in Rom ein. Ihr
Reich war schlussendlich jedoch zu weitläufig und
zerfiel.
Das Vakuum nach der Hunnenherrschaft wurde bis zur Vereinnahmung durch
die Türken von einer sich ablösenden Vielzahl von
Fürstentümern gefüllt. Im 6. und 9. Jh.
spielten die heute längst vergessenen Städte
Balasagan and Barskoon eine bedeutende Rolle an der inzwischen
prächtig florierenden Seidenstraße.
Mit der Vereinigung der Turkstämme kam es zu einer
Stärkung des west-Turkischen Chanats mit der Hauptstadt
Obwohl die Kirgisen nominal als chinesische Untertanen galten, wurden
Sie doch bis zum Anfang des 18. Jh. von ihren eigenen
Stammesfürsten regiert. Dies änderte sich mit dem
Angriff der Usbeken und der Integration der Kirgisen in das Chanat
Kokand. Ab 1876 wurde Kokand und damit auch die Kirgisien Teil des
russischen Imperiums.
Mit der Oktoberrevolution wurde die Kirgisische Republik
allmählich in die Sovjetunion assimiliert, ab 1936 als
sechzehnte Republik.
Die Kirgisen, die im Grunde immer noch einen semi-nomadischen
Lebensstil führten, waren vor allem während der
Anfangsjahre der UDSSR, wie alle ihre zentralasiatischen Mitbewohner,
einer Kampagne der Zwangsumsiedlung und Kollektivierung unterworfen.
Viele Kirgisen starben an Hunger und Krankheiten. Erst mit der Zeit
setzte eine positive Entwicklunge ein, indem mit erheblichen
Subventionen die Modernisierung der Infrastruktur vorangetrieben wurde;
das heutige Straßen- und Schienennetz, Flughäfen,
Wohnungsbau, Industrie, ein allen zugängliches Schul- und
Bildungssystem, Krankenhäuser und medizinische Betreuung,
Chancengleichheit. Tourismus brachte Besucher aus der ganzen Welt, der
Issik-Kul See gehörte zu den beliebtesten Ferienorte der
Sovjetbürger. Auf dieser Basis konnte sich nach der
Unabhängigkeit im Jahre 1991 die Kirgisische Republik
weiterentwickeln. Als eines der jüngsten Länder der
Erde wurden mit Hilfe einer Vielzahl internationalen Organisationen von
der Regierung Reformen durchgeführt.
Der heute bestehenden Grenzen wurden zum großen Teil unter
Sovjetmacht gezogen, so wurden unter Stalin Teile des Ferghana Tales
den Usbeken zugesprochen. Es bestehen deshalb immer noch Grenzdispute,
vorallem im Süden, wo usbekische Enklaven für
Spannungen sorgen. Beide Regierungen sind bemüht, sich in den
Grenzfragen anzunähern.
2005 ershien Kirgisien in den internationalen Medien, als eine
empörte Bevölkerung im Protest um Wahlresultate den
Präsidentenpalast und das Regierungsgebäude im Herzen
der Hauptstadt Bishkek stürmten und so den Fall des
Präsidenten Askar Akaev auslösten.
Das
Volk der Kirgisen
Die Kirgisen
gehören zu den ältesten Volksgruppen Zentralasiens.
In chinesischen Texten schon vor über 2000 Jahren
erwähnt, bedeuted "kirgis" wortgemäß "die
vierzig Stämme". Im Jahre 2003 feierte Kirgistan ein
bedeutendes Jubiläum, nämlich runde 2200 Jahre seiner
Existenz.
Von Sibirien und dem Jenissei Fluss wanderten die Kirgisen bis nach
Zentralasien, wo sie sich als beständige Macht in den
Bergregionen behaupteten. In Allianzen mit, aber auch in Konfrontation
gegen andere nomadische Stämme, entstand ein tiefes
Verständnis von kirgisischer Souveränität.
Eine Sage berichtet, wie die Kirgisen, die Waldbewohner des Jennisei in
Sibirien, sich 832 dem Reich der Uighuren entgegenstellten. 40 Tage
zogen Sie gegen die uighurische Hauptstadt Karabalasugin, wo die
Bäume so hoch wuchsen, dass selbst ein Pfeil aus dem
gespannten Bogen den Wipfel nicht erreichen konnte. Zwanzig Jahre lang
hatten sich die zwei Völker in den Haaren gelegen, und da
endlich gelang es den Kirgisen, die Uighuren aus Balasugin zu verjagen,
hin gegen die chinesische Grenze, wo die Uighuren nach Jahrhunderten
der Ausbeutung den rachesuchenden Chinesen zum Opfer fielen.
Es wird gesagt, die Kirgisen dieser Zeit seien groß gewachsen
und hätten helle Haare gehabt, mit grünen und blauen
Augen. Nach dem Sieg über die Uighuren hätten sie
sich wohl an den Jennisei zurückgezogen, ihre Kontrollposition
über die Uighuren jedoch nicht aufgegeben. Viele Jahrhunderte
hätte das kirgisische Chanat dass sich erstrec,
überdauer vom fernen Jenissei bis zum Tien-Schan Gebirge .
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