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Die Bevölkerung des modernen
Kirgisiens setzt sich aus Vertretern von mehr als 80 verschiedenen
Nationalitäten zusammen, darunter Russen, Koreaner, Deutsche,
Tataren, Tschechen, Usbeken, Kasachen, Chinesen (Uiguren und Dungan)
und natürlich die Kirgisen selbst.
Das kirgisische Volk entstammt
ursprünglich wahrscheinlich den nördlichen
Altaibergen. Es gibt Verweise in alten chinesischen Texten, die als
Rechtfertigung benutzt wurden, als im Jahr 2003 die kirgisische
Eigenstaatlichkeit erklärt wurde und das 2200 jährige
Jubiläum seiner Existenz gefeiert wurde. Im Jahre 2002 wurden
die Besucher von Kirgisien durch eine Menge von Werbeplakaten und
Straßenzeichen verwirrt, die auf dieses Jubiläum
zurückgriffen. Die Zahl war also kein Fehler, sondern ein
Verweis auf die 2200 Jahre der kirgisischen Nation. Das Kirgisische
Khanat dehnte sich vom Fluß Jenisej bis zum ostlichen
Tianschan aus, wurde aber zuerst durch ein anderes türkisches
Reichebesetzt. Dann kamen die Karahaniden und die Mongolen, der Khan
des Tschagatals und von Kokand und später natürlich
Russland und die Sowjetunion. Jedes Regime brachte eine Mischung von
Nationalitäten mit sich, wie es schon die Position Kirgistans
an der großen Seidenstraße bestimmte.
Ethnisch sehen die Kirgisen den Mongolen oder
Chinesen ähnlich,während Usbeken und Uiguren mehr dem
Volk der Türken ähnlich sind (später fuhren
die Meisten nach China).
Die Ur-Kirgisen sahen wohl ein wenig anders aus.
Beispielweise jene, über die aus dem Uigurenreich berichtet
wird und die in der Gegend von Jenisej bis Sibirien lebten (ca. 832
Menschen). Sie mussten ca. 40 Tage in die Uigurenhauptstadt
Karabalasugin reisen. Man sagt, ihr Heimatland wäre dort, wo
die Bäume so hoch wuchsen, dass kein Pfeil ihre Spitzen
erreichen konnte. Offensichtlich waren es große Menschen mit
hellen Haaren und grünen oder blauen Augen.
Vielleicht ist dabei etwas bei der Identifizierung
von Kirgisen und Kasachen durcheinander geraten.Das kommt daher, dass
die Kasachen die zahlenmäßig stärkere
Ethnie bilden und die Kirgisen auf sie verweisen möchten.
Andere sind der Meinung, dass sie die Mischung mit Kossaken nicht
herausstellen möchten, obwohl die Kirgisen oft auf
Kara-Kirgisen (Schwarz-Kirgisen) verweisen, um sich zu unterscheiden.
 
Die Kasachen waren Schäfernomaden, die
die Tiere in der Steppe hüteten. Manchmal sagt man, dass auch
die Kirgisen Nomaden waren und von Süden nach Norden das Land
durchzogen und die Kasachen von Westen nach Osten.
Außerdem gibt es ziemlich
große Gemeinschaften von Kirgisen in Afganistan und der
Türkei. Die Kirgisen des Wakhankorridors (in Afganistan)
genossen über die Jahre mit Hilfe der Gesetze diesen Landes
erhebliche Freiheiten, um sich selbst zu organisieren. Es gibt auch
eine große Gemeinschaft in Sibirien, die als Kirgisen gelten
und dort mit ähnlichenTraditionen leben und eine
ähnliche Sprache sprechen.
Auf der chinesischen Seite der Grenze, direkt
hinter Turugart, befindet sich eine autonome kirgisische Region.
Offensichtlich waren das kirgisische Nomaden aus dem Pamirgebirge, die
von Huza aus in dieses Gebiet übersiedelten. Man sagt sogar,
das es alte Kirgisen gibt, die in einigen Gebieten von Tibet leben.
Auch in Großbritanien, den USA und anderen Ländern
der Welt. Es gibt auch die Sage, dass vor langer Zeit einige der
Ur-Kirgisen die Behringstraße überquerten und so die
Vorfahren der heutigen Amerikaner eigentlich Kirgisen sind. Im Sommer
1992 fand das erste kirgisische Kurultaj (Versammlung) in Bischkek
statt, das von Vertretern der kirgisischen Gemeinschaften aus
verschiedenen Teilen der Welt besucht wurden (Australien, Kanada,
Deutschland, Türkei, China, Afganistan, Saudi-Arabien und
USA). Eine zweite Versammlung solcher Art fand 2003 statt. Mehr als
300.000 Kirgisen leben in verschiedenen Gebieten der ehemaligen
Sowjetunion und 150.000 in China, Afganistan und Pakistan. Kleinere
Gemeinschaften kann man in der Mongolei, Indien, der Türkei
und Jordanien finden. In China haben die Kirgisen sogar ihr eigenes
autonomes Gebiet Kizil-Su.
 
In den letzten Jahren kehrten einige ethnische
Kirgisen in ihr Heimatland zurück.
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