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Kirgisien hat eine sehr variationsreiche
Küche: typisch für ein Land, das die große
Seidenstraße durchquerte und so auch in Kontakt mit vielen
Kulturen, v.a. der türkischen, persischen, arabischen,
indischen, chinesischen, russischen und natürlich der
europaeischen kam. Und auch was das Essen betrifft, wurde alles mit der
existierenden Kultur und den Traditionen Zentralasiens gemischt.
Viele Speisen, die Sie hier finden, sind typisch
für Zentralasien im Allgemeinen. In den großen
Städten kann man natürlich auch viele Gerichte der
internationalen Küche finden, wohingegen auf dem Lande lokale
Speisen vorherrschen. Die meisten Kirgisen sind Muslime. Trotzdem gibt
es es einige traditionelle Speisen, die nicht streng halal sind, wie
Olovo oder Kuiruk Boor. Man sagt, dass sich das Essen in Zentralasien
in drei Arten teilt: die gewöhnlichen Speisen der Nomaden,
meistens Fleisch, Milchprodukte und Brot; dann Die Speisen der
eingewanderten Turkvölker (Usbeken und Uiguren) wie Pilaff,
Kebab und Nudeln, Eintopf, raffinierte Kuchenteige und Brotsorten;
sowie die Speisen, die aus dem Süden, d.h. Iran, Indien,
Pakistan und China, kamen mit vielen Gewürzen und frischen
Kräutern.
In der kirgisischen Kultur hatten viele
Speisen eine besondere Ritualbedeutung und sind deshalb mit besonderen
Tagen oder Jahreszeiten verbunden. Diese Speisen sind sehr interessant,
aber leider sind viele davon vergessen und werden nicht mehr gekocht
oder sie haben ihre Bedeutung für Rituale verloren und sind zu
gwöhnlichen Alltagsspeisen geworden.
Männer gelten oft als die besseren
Köche und manchmal wird sogar behauptet, dass die Frauen die
Speisen verderben, wenn sie für Gäste kochen.
Trotzdem lagert man in der Jurte die Kuchengeräte auf der
Frauenseite der Jurte und die Jagd-, Schäfer- und
Viehgeräte auf der Männerseite. In vielen Aschhana
(Teehäusen oder Cafes) und Restaurants sind Männer
die Chefs. Weibliche Köche findet man dort wo russisch oder
europäisch gekocht wird. Russische Speisen wie Tschi und
Bortsch kann man an vielen Orten finden, aber die Hauptgerichte sind
meist zentralasiatische Speisen wie Manti, Samsa, Ploff, Schaschlik
oder Laghman. Traditionell sind die Kirgisen sehr gastfreundliche
Menschen. Wenn eine kirgisische Familie Sie zu einer Mahlzeit einladen
sollte, ist es höflich ein kleines Geschenk mitzubringen wie
z.B. Früchte oder Blumen.
Ziehen Sie Ihre Schuhe aus, wenn Sie ein Haus
betreten oder zu einem Picknick mit Dostorhon (ein großes
Tuch auf der Erde, auf dem die Speisen angerichtet werden) eingeladen
werden.
Dabei müssen Ihre Füße
auf Ihrer Seite oder weit vom Dostorhon entfernt liegen. Und seien Sie
nicht erstaunt, wenn das Picknick im Haus stattfindet. Fassen Sie Ihre
Füße nur mit der rechten Hand an. Am Ende einer
Mahlzeit halten Sie Ihre Hände vors Gesicht, bewegen Sie sie
so, als würden Sie sich das Gesicht waschen und sagen Sie die
Worte "Omin-mohammedanisch amin". In vielen Häusern, wenn die
Muslime nicht so streng sind, schließt das Essen auch Trinken
ein. Und Sie müssen damit rechnen, dass Alkohol zum Essen
gereicht wird. Denken Sie aber bitte daran, von Anfang an nur wenig zu
trinken, da sie später nicht mehr ablehnen können,
wenn ein Toast auf den anderen folgt.
Eines der Hauptmerkmale der kirgisischen
Küche ist, dass die Speisen ihren Geschmack und ihr Aussehen
erhalten müssen. Z. B. gibt es fast keine Speisen, die
püriert, gehackt oder besonders klein geschnittene werden;
aber natürlich gibt es Ausnahmen. Außerdem tendieren
kirgisische Speisen zu einem einfachen Geschmack, denn Soßen
und Gewürze werden in kleinen Mengen benutzt. Im
Süden wird oft stärker gewürzt. Doch die
Soßen sollen den Geschmack nur betonen und nicht
ändern.
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