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Das Gebiet um den Issik-Kul war im Westen
unbekannt, bis russische Erforscher wie Semjonov sich in die
naheliegenden Gebirge wagten. Beziehungen zum Osten jedoch gab es schon
früh, ein chinesischer Forscher namens Jan Chan Tzan erreichte
den See 128 v.Chr. während einer 6-jährigen
Expedition (138-126 v.Chr.). Der erste schriftliche Bericht
über einen Besuch des Sees aber stammt von einem anderen
chinesischen Forscher, Suan Zsan, und ist in seinem Buch über
eine 16-jährige Forschungsexpedition zu finden. Der erste
schriftliche Beleg über die Verwendung des Namens Issi Kul
stammt aus einem unbekannten Werk “Die Grenzen der Welt von
Osten nach Westen” geschrieben 982 n.Chr. in
tadschikischen Sprache, in dem die Größe des Sees
genau angegeben ist.
Issik-Kul ist der größte See
Kirgisiens und ist etwa 180 km lang, 70 km breit und am tiefsten Punkt
668 m tief, (die durchschnittliche Tiefe beträgt ca. 300 m).
Issik-Kul ist der zweit größte Bergsee der Welt (er
liegt 1606 m über dem Meer) und der fünft tiefste See
der Welt. Unter den Einheimischen ist er als Perle des Tien-Schans
bekannt. Der See ist von Bergen umringt (Kungey Ala Too den
Sonnenbergen im Norden und Terskey Ala Too den Schattenbergen
im Süden), die einen spektakulären Hintergrund bilden
und vor außerordentlich heißen (oder kalten) Winden
schützen, die über die Steppen nach Norden
fegen.
Der Name Issik-Kul bedeutet auf Kirgisisch
"Warmer See" - was aber nicht unbedingt der Hinweis darauf ist, dass
das Wasser tatsächlich eine warme Temperatur hat, auch wenn es
zahlreiche heiße Quellen in der Umgebung gibt. Die
Namensgebung bezieht sich auf die Tatsache, dass der Issik-Kul im
Gegensatz zu den meisten anderen Bergseen nie einfriert. Das liegt
einerseits an seiner Größe und andererseits an der
Tatsache, dass der See am Fuße der Dränage
Höhle liegt und keinen Abfluss besitzt. Der einzige Weg durch
den der See Wasser verlieren kann ist die Verdunstung. Diese verursacht
eine leicht salzige Struktur des Wassers, welche den Gefrierpunkt
absenkt. (Offbar wurde der See früher auch Tuz-Kul (Salziger
See) genannt und neben der Südküste sogar "Mjortvoje
Ozero" - "Totes Meer" Kirgisiens, in dem die Konzentration des Salzes
so hoch ist, dass man auf der Meeresoberfläche schweben kann.)
Der Wasserpegel hat sich über die
Jahrhunderte immer geändert: bald ist er aufgestiegen, bald
abgesunken. Deswegen konnten Archäologen auf dem Grund des
Sees Ruinen verschiedener Besiedlungen finden.
Der See liegt auf dem Zugweg unterschiedlicher
Wandervögel. Ihre Population kann von 50.000 bis 100.000
schwanken und obwohl die Berechnungen der Ornithologen über
die Jahre hinweg eher zufällig und schwankend waren, ist klar,
dass sich hier das größte Feuchtgebiet Kirgisiens
befindet.
Von Bischkek führt die Straße
durch die Boom Schlucht ("Schuhsenkel" Schlucht). An der Westseite des
Sees befindet sich die Stadt Balyktschi ("der Fischer" auf Kirgisisch),
welche auch Endstation der Eisenbahnfahrt von Bischkek zum Issyk-Kul
ist. Am Ausgang der Stadt steht auf der Hauptstraße nach
Bischkek die Statue von Semjonov, der seinen Packesel führt.
Das milde Klima, die vielen sonnigen Tage und der
Reichtum an Stränden (besonders an den sonnigen
nördlichen Küsten), macht den See zu einem beliebten
Reiseziel für zahlreiche Touristen. Zu Sowjetzeiten wurden am
See zahlreiche Sanatorien, Kinderferienlager und Ferienorte errichtet
und eine große Zahl von Reisenden aus der ganzen Sowjetunion
verbrachte hier ihre Sommerferien.
Tscholpon-Ata, an der nördlichen
Küste des Sees ist das Zentrum der Ferienorte. Die Stadt hat
ein kleines Museum und südlich des Flughafens gibt es ein Feld
mit einer eindrucksvollen Sammlung von Felszeichnungen
(Steinin-schriften).
Weiter im Osten, tief in die Berge eingeschnitten,
liegen die Täler Semjonovka und Grigorjevka. Dort beginnen
einige Strecken, die über die Berge nach Almati
führen. Diese waren zu Zeiten der Sowjetunion sehr beliebt
… aber durch das Vorhandensein neuer internationaler Grenzen
müssen nun bestimmte Abkommen geschlossen werden, damit
unerschrockene Trecker diese Strecken wieder zurücklegen
können.
Ein bisschen weiter im Osten liegt ein kleines und
schläfriges Dorf, Svelte Mays, das angeblich
Begräbnisstätte eines Evangelisten, des Heiligen
Matthias ist. Das orthodoxe Mönchskloster das sich im Dorf
befand, existiert schon seit langer Zeit nicht mehr, aber manche der
Gebäude sind bis heute erhalten geblieben.
Im fernen Osten befindet sich die Stadt Tup. Als
Semjonov das Gebiet erstmal besuchte, entdeckte er am San Tasch Weg
einen großen Grabhügel aus glatten Steinen. Der
Legende nach soll dieser Grabhügel von Timurs Armee gebaut
worden sein. Sie hatten einen Weg in den Talkessel gefunden und Timur
gab den Befehl, dass jeder Soldat einen Stein vom Strand des Sees
mitnehmen sollte. Als der Kampf zu Ende war, hätten alle
Steine zur Küste zurückgebracht werden
müssen. Da nur sehr wenige Soldaten den Kampf
überlebten, hat sich die Armee auf diese Weise ein eigenes
Denkmal gebaut.
In der Stadt Karakol am östlichen
Ende des Sees befinden sich die örtlichen Behörden.
Touristen, die diese Stadt besuchen werden von ihrem alten Weltscharme
fasziniert sein. Die Architektur (eine für das 19. Jahrhundert
typische russisch-koloniale Architektur), verschiedene
Sehenswürdig-keiten (der orthodoxe Dom, die Dunganische
Moschee und Museen) und ein traditionaler Tiermarkt am Sonntagmorgen
machen diesen Reiz aus. Die Stadt dient auch als gutes Reisezentrum
für Ausflüge in das naheliegende Terksey Ala Too
Gebirge.
Die südliche Küste des
Issik-Kuls ist weniger entwickelt als die nördliche, obwohl es
auch hier verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten und
Sehenswürdigkeiten gibt. Die Berge liegen näher an
der Küste als im Norden, daher gibt es weniger
Sandstrände und die Sonne geht eher als an der
Nordküste unter.
Nicht weit von Karakol befinden sich die
bilderreichen Täler von Alin Harahan und Dscheeti Oguz. Es
gibt auch das Bassoon Tal, Heimat des jährlich stattfindenden
Festivals At Tschabysch (Pferdereiten) im November, und Tamga Tasch,
ein Stein mit dem Abdruck des antiken tibetischen Buddhisten Mantra.
Weiter im Westen befinden sich Manzhily Ata , ein
antiker schamanische heilige Ort, der Heimatort für ein
anderes Festival im August ist und das "Tote Meer".
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