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Discovery Kyrgyzstan travel guide #10/2008
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Issik-Kul

Das Gebiet um den Issik-Kul war im Westen unbekannt, bis russische Erforscher wie Semjonov sich in die naheliegenden Gebirge wagten. Beziehungen zum Osten jedoch gab es schon früh, ein chinesischer Forscher namens Jan Chan Tzan erreichte den See 128 v.Chr. während einer 6-jährigen Expedition (138-126 v.Chr.). Der erste schriftliche Bericht über einen Besuch des Sees aber stammt von einem anderen chinesischen Forscher, Suan Zsan, und ist in seinem Buch über eine 16-jährige Forschungsexpedition zu finden. Der erste schriftliche Beleg über die Verwendung des Namens Issi Kul stammt aus einem unbekannten Werk “Die Grenzen der Welt von Osten nach Westen”  geschrieben 982 n.Chr. in tadschikischen Sprache, in dem die Größe des Sees genau angegeben ist.

Issik-Kul ist der größte See Kirgisiens und ist etwa 180 km lang, 70 km breit und am tiefsten Punkt 668 m tief, (die durchschnittliche Tiefe beträgt ca. 300 m). Issik-Kul ist der zweit größte Bergsee der Welt (er liegt 1606 m über dem Meer) und der fünft tiefste See der Welt. Unter den Einheimischen ist er als Perle des Tien-Schans bekannt. Der See ist von Bergen umringt (Kungey Ala Too  den Sonnenbergen im Norden und Terskey Ala Too  den Schattenbergen im Süden), die einen spektakulären Hintergrund bilden und vor außerordentlich heißen (oder kalten) Winden schützen, die über die Steppen nach Norden fegen. 

Der Name Issik-Kul bedeutet auf Kirgisisch "Warmer See" - was aber nicht unbedingt der Hinweis darauf ist, dass das Wasser tatsächlich eine warme Temperatur hat, auch wenn es zahlreiche heiße Quellen in der Umgebung gibt. Die Namensgebung bezieht sich auf die Tatsache, dass der Issik-Kul im Gegensatz zu den meisten anderen Bergseen nie einfriert. Das liegt einerseits an seiner Größe und andererseits an der Tatsache, dass der See am Fuße der Dränage Höhle liegt und keinen Abfluss besitzt. Der einzige Weg durch den der See Wasser verlieren kann ist die Verdunstung. Diese verursacht eine leicht salzige Struktur des Wassers, welche den Gefrierpunkt absenkt. (Offbar wurde der See früher auch Tuz-Kul (Salziger See) genannt und neben der Südküste sogar "Mjortvoje Ozero" - "Totes Meer" Kirgisiens, in dem die Konzentration des Salzes so hoch ist, dass man auf der Meeresoberfläche schweben kann.)

Der Wasserpegel hat sich über die Jahrhunderte immer geändert: bald ist er aufgestiegen, bald abgesunken. Deswegen konnten Archäologen auf dem Grund des Sees Ruinen verschiedener Besiedlungen finden.

Der See liegt auf dem Zugweg unterschiedlicher Wandervögel. Ihre Population kann von 50.000 bis 100.000 schwanken und obwohl die Berechnungen der Ornithologen über die Jahre hinweg eher zufällig und schwankend waren, ist klar, dass sich hier das größte Feuchtgebiet Kirgisiens befindet.

Von Bischkek führt die Straße durch die Boom Schlucht ("Schuhsenkel" Schlucht). An der Westseite des Sees befindet sich die Stadt Balyktschi ("der Fischer" auf Kirgisisch), welche auch Endstation der Eisenbahnfahrt von Bischkek zum Issyk-Kul ist. Am Ausgang der Stadt steht auf der Hauptstraße nach Bischkek die Statue von Semjonov, der seinen Packesel führt.

Das milde Klima, die vielen sonnigen Tage und der Reichtum an Stränden (besonders an den sonnigen nördlichen Küsten), macht den See zu einem beliebten Reiseziel für zahlreiche Touristen. Zu Sowjetzeiten wurden am See zahlreiche Sanatorien, Kinderferienlager und Ferienorte errichtet und eine große Zahl von Reisenden aus der ganzen Sowjetunion verbrachte hier ihre Sommerferien.

Tscholpon-Ata, an der nördlichen Küste des Sees ist das Zentrum der Ferienorte. Die Stadt hat ein kleines Museum und südlich des Flughafens gibt es ein Feld mit einer eindrucksvollen Sammlung von Felszeichnungen (Steinin-schriften).

Weiter im Osten, tief in die Berge eingeschnitten, liegen die Täler Semjonovka und Grigorjevka. Dort beginnen einige Strecken, die über die Berge nach Almati führen. Diese waren zu Zeiten der Sowjetunion sehr beliebt … aber durch das Vorhandensein neuer internationaler Grenzen müssen nun bestimmte Abkommen geschlossen werden, damit unerschrockene Trecker diese Strecken wieder zurücklegen können.

Ein bisschen weiter im Osten liegt ein kleines und schläfriges Dorf, Svelte Mays, das angeblich Begräbnisstätte eines Evangelisten, des Heiligen Matthias ist. Das orthodoxe Mönchskloster das sich im Dorf befand, existiert schon seit langer Zeit nicht mehr, aber manche der Gebäude sind bis heute erhalten geblieben.

Im fernen Osten befindet sich die Stadt Tup. Als Semjonov das Gebiet erstmal besuchte, entdeckte er am San Tasch Weg einen großen Grabhügel aus glatten Steinen. Der Legende nach soll dieser Grabhügel von Timurs Armee gebaut worden sein. Sie hatten einen Weg in den Talkessel gefunden und Timur gab den Befehl, dass jeder Soldat einen Stein vom Strand des Sees mitnehmen sollte. Als der Kampf zu Ende war, hätten alle Steine zur Küste zurückgebracht werden müssen. Da nur sehr wenige Soldaten den Kampf überlebten, hat sich die Armee auf diese Weise ein eigenes Denkmal gebaut.

In der Stadt Karakol am östlichen Ende des Sees befinden sich die örtlichen Behörden. Touristen, die diese Stadt besuchen werden von ihrem alten Weltscharme fasziniert sein. Die Architektur (eine für das 19. Jahrhundert typische russisch-koloniale Architektur), verschiedene Sehenswürdig-keiten (der orthodoxe Dom, die Dunganische Moschee und Museen) und ein traditionaler Tiermarkt am Sonntagmorgen machen diesen Reiz aus. Die Stadt dient auch als gutes Reisezentrum für Ausflüge in das naheliegende Terksey Ala Too Gebirge. 

Die südliche Küste des Issik-Kuls ist weniger entwickelt als die nördliche, obwohl es auch hier verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten gibt. Die Berge liegen näher an der Küste als im Norden, daher gibt es weniger Sandstrände und die Sonne geht eher als an der Nordküste unter.

Nicht weit von Karakol befinden sich die bilderreichen Täler von Alin Harahan und Dscheeti Oguz. Es gibt auch das Bassoon Tal, Heimat des jährlich stattfindenden Festivals At Tschabysch (Pferdereiten) im November, und Tamga Tasch, ein Stein mit dem Abdruck des antiken tibetischen Buddhisten Mantra.

Weiter im Westen befinden sich Manzhily Ata , ein antiker schamanische heilige Ort, der Heimatort für ein anderes Festival im August ist und das "Tote Meer".


Discovery Kirgistan #11

 

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